Besonderer Abend: Kabarett mit FRITZ ECKENGA

Teilweise spielte Eckenga sein Programm in einem Zottelfell. Auf die Frage nach dem „Warum?“ verwies er an seinen Regisseur, dessen Einfall das gewesen sei. Vermutlich wollte er damit seine These, der Mensch sei ein Trocken-Nasen-Primat, unterstreichen.

Das war ein besonderer Abend zum Abschluss der Spielzeit 2017/18. Die Schulaula war voll besetzt und der Dortmunder Kabarettist Fritz Eckenga war trotz der Niederlage seines Lieblingsvereins am Nachmittag in Bestform. Teilweise in ein Zottelfell gekleidet, ansonsten aber einfach in T-Shirt und Jeans, bescherte er den Zuschauerinnen und Zuschauern einen sowohl nachdenklich als auch lustigen Abend. Im ersten Teil warf er einen Rückblick in seine Kindheit und spielte kurz Kunstfiguren aus seinen früheren Programmen an (Fußballmanager, Bademeister). Der Titel des aktuellen Programms „Nehmen Sie das bitte persönlich“ wurde dabei deutlich, denn Eckenga reflektierte sehr persönlich über sich, seine Rolle als Künstler und sein Verhältnis zum Publikum. Er mache sich Sorgen, vom Publikum in Sozialen Netzwerken „disliked“ zu werden, er könne sich auch vorstellen, dass Zuschauer ihr Eintrittsgeld zurückverlangen, was mit der „Amazonisierung“ des Alltags zu erklären sei. Trotz dieser Sorgen fühlte sich das Publikum gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt. Nach der Pause dann Kabarett im erwarteten Stil: Unter dem Oberthema „Ängste der Menschheit“ lieferte Eckenga überaus wortgewandt ein Feuerwerk an Themen, die er auf seine unnachahmliche Weise kommentierte. Ängste vorm Stau auf der Autobahn wurden ebenso kommentiert wie Dinge, die mit Krankheit und Sterben zusammenhängen (Bakterien, Operationen, Patientenverfügung). Bei diesen und anderen Themen nutzte er viele Gelegenheiten auch links und rechts seines eigentlichen Gedankengangs treffende Pointen zu setzen und die Gelegenheit, Politisches zu kommentieren. „Wenn Jens Spahn länger Gesundheitsminister bleibt, werden kleinere operative Eingriffe demnächst vom Krankenhauspförtner durchgeführt.“ Pegida und AFD, die er als Dachverband für die Verbreitung von Angst titulierte,  empfahl er den Druck in ihren Köpfen unter Zuhilfenahmen geeigneter Bakterien „durch Darmentleerung entweichen zu lassen“. Mit einer „Schüppe Zuversicht“ wollte Eckenga sein Programm beenden. Deshalb rief er seinen verstorbenen „Oppa“ an, der sich aus einer „Cloud“ meldete und den Auftritt seines Enkels großväterlich freundlich kommentierte und ihn ermutigte, so weiterzumachen.

Das Publikum in der ausverkauften Schulaula bedankte sich mit kräftigem Applaus für einen beeindruckenden Kabarett-Abend.

Das Publikum belohnte das zweistündige Programm mit starkem Applaus und erhielt zwei Texte aus den Gedichtsammlungen des Kabarettisten als Zugabe, wobei das Gedicht von der Erschaffung Westfalens besonderen Anklang fand. Auch für Schmallenberg hatte Eckenga, der schon häufiger privat Urlaub im Schmallenberger Sauerland gemacht hat, noch einen Hinweis: „Ich weiß, dass einige Schmallenberger sich einen geeigneteren Theatersaal für Veranstaltungen wie diese wünschen. Angesichts der niedrigen Decke, der Garderoben und der völlig veralteteten Licht- und Tontechnik kann ich diesen Wunsch sehr gut nachvollziehen.“