Nach der Spielzeit ist vor der Spielzeit

Die für den 10.04.2022 angekündigte Aufführung von „Der Trafikant“ musste leider abgesagt werden, so dass die Spielzeit 2021/22, in der wir immerhin 10 von 14 geplanten Veranstaltungen erfolgreich durchführen konnten, vorzeitig beendet wurde. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Künstlerinnen und Künstlern, unseren Zuschauerinnen und Zuschauern und allen, die uns bei der Umsetzung des Programms unterstützt haben.

Das Programm der Spielzeit 2022/23 wird aktuell vorbereitet und voraussichtlich Ende Juni hier veröffentlicht.

Beethovens Erben im Musikbildungszentrum

Mit dem Eliot Quartett gastierte am Sonntag, dem 13.03.2022, ein sehr ausdrucksstarkes und virtuoses Ensemble, das sicherlich zur Streichquartett-Oberklasse gehört, im MBZ Bad Fredeburg. Die Pianissimos waren beeindruckend, vor allem fiel dabei Maryana Osipova besonders auf, indem sie die leisen  Passagen wunderschön klar und sauber spielte.

Hatten einige der knapp 40 Besucher/innen mit dem recht avantgadistischen Streichquartett op. 5 von Anton Webern ihre Schwierigkeiten, so waren die Streichquartette von Mendelssohn und Schumann sehr angenehm zu hören. Besonders gefiel Robert Schumanns Streichquartett Nr. 3 A-Dur op. 41/3.

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine spielte das Eliot Quartett als Zugabe ein sehr bewegendes Stück, das Arvo Pärt 2004 für vierstimmigen Chor komponiert hatte: Da pacem Domine 

Mischung aus Schauspiel und Puppenspiel

In einer Mischung aus Schau- und Puppenspiel präsentierte das Ensemble des Landestheaters Detmold die historische Komödie „Der Streit“ von Pierre Carlet de Marivaux in der Aula des Schulzentrums. Während in der Inszenierung von Veronika Thieme die vier Schauspieler/innen Lea Sophie Geier, Ewa Noack, Patrick Hellenbrand und Johannes Rebers in der Rahmenhandlung die Frage, durch wen die Untreue in die Welt gekommen sei, aufwarfen, spielten sie virtuos mit den von Ulrike Langenbein erstellten Klappmaulköpfen die Figuren, die in einem Experiment die Frage beantworten sollten.

Alles in allem erlebten die Besucher/innen einen ungewöhnlichen aber sehr interessanten Theaterabend.

Amüsante Komödie in der gut besetzten Theateraula

Fast hundert Besucherinnen und Besucher hatten sich am Sonntag auf den Weg in die Aula des Schulzentrums gemacht und erlebten die Inszenierung der Komödie „Altwerden ist nicht für Feiglinge“ von Eric Buffon. Das Ensemble der Komödie am Altstadtmarkt Braunschweig präsentierte die amüsante Geschichte um den Witwer Hugo Dubois (Uli Kinalzik), der mit seiner Partnerin Sylvie (Gaby Blum) wegen Eigenbedarfs, den Hugos Stiefsohn Pascal (Florian Battermann) anmeldet, aus ihrem Pariser Wohnung ausziehen soll. Das schön gestaltete Bühnenbild und die sehr guten schauspielerischen Leistungen der drei Profis sorgten für einen kurzweiligen Theaterabend.

Florian Battermann (links), Schauspieler und Intendant der Komödie am Altstadtmarkt, bedankte sich nach dem Schlussapplaus zusammen mit Gaby Blum und Uli Kinalzik bei den Zuschauer/innen auch dafür, dass Sie trotz der Corona-Pandemie und damit verbundener Maskenpflicht ins Theater gekommen waren.

ALLE JAHRE schon WIEDER

Mit ironischen, heiteren und nachdenklichen Texten stimmte das Schauspielerehepaar Eva Scheurer und Rudolf Kowalski am dritten Advent im Musikbildungszentrum auf die bevorstehende Weihnachtszeit ein. Begleitet von Jazzpianist Jürgen Bleibel am Flügel boten sie den knapp 70 Besucherinnen und Besuchern in einer vom Möbelhaus Knappstein zur Verfügung gestellten kitschig-schönen Kulisse ein „Wir warten aufs Christkind“ für Erwachsene.

Gelesen wurden u.a. Texte von Hanns Dieter Hüsch, Ulla Hahn, Robert Gernhardt, Jan Weiler und Kurt Tucholsky, die von Jürgen Bleibel durch beschwingte Versionen weihnachtlicher Melodien untermalt und ergänzt wurden.

Der ganz normale Irrsinn des Alltags

Mit seinem aktuellen Programm „aber bitte mit ohne“ richtete der Kabarettist Martin Zingsheim vor gut 40 Zuschauerinnen und Zuschauern im Habbels einen schonungslosen Blick auf die realen Lebensvollzüge in unserer Gesellschaft, indem er die Widersprüchlichkeiten moderner Lebenseinstellungen analysierte. Da ging es z. B. um die guten Vorsätze zu Silvester („mehr Sport!“), die häufig in einem Intervalltraining („20 Minuten Joggen und 14 Wochen Pause“) enden oder um Auswüchse im Kaneval („einerseits Weltkulturerbe, andererseits landen viele hackedicht mit einem fremden Menschen hinter der Theke“). Weitere Themen des knapp zweistündigen Vortrags waren Politik, Religion, Ernährung und Kindererziehung. Immer wieder bezog der vierfache Familienvater seine Erfahrungen mit den eigenen Kindern ein und beeindruckte nachdrücklich mit zahlreichen Bandwurmsätzen, die sich z. B. aus Bibelzitaten oder Schlagertexten zusammensetzten.

Das streamende Klassenzimmer – ein sehr unterhaltsamer Abend mit „Herr Schröder“

Schon eine Woche vor dem Termin war der Kabarettabend mit dem ehemaligen Gymnasiallehrer Johannes Schröder komplett ausverkauft und so kamen am Sonntagabend 110 Zuschauer/innen im Habbels in den Genuss eines höchst vergnüglichen Einblicks in den Schulalltag in Zeiten von Corona und aufkommender Digitalisierung. „Herr Schröder“ bewies aber auch, wie gut er sich in die Denkweise der heutigen Schülergeneration versetzen kann, wenn er z. B. Chat-Verläufe oder ein Youtube-Tutorial zu Goethes Faust mit Playmobilfiguren präsentierte. Vor allem aber begeisterte „Herr Schröder“ durch seine mit unzähligen Gags gespickte Vortragsweise, die dafür sorgte, dass das Publikum aus dem Lachen nicht mehr herauskam.

Sehr spontan und amüsant bezog Herr Schröder das Publikum mit in seine Analyse ein. Hatte er zunächst Karin aus der ersten Reihe ins Visier genommen, machte er anschließend mit Aaron und Friedrike zwei der anwesenden Schüler/innen ebenso zum Bestandteil seines Programms wie er mit Christine, Jasmin und Berthold auch Lehrer/innen im Publikum ausmachte und einbezog. 

Die nächste Kabarettveranstaltung der Kulturellen Vereinigung folgt schon in diesem Monat. Am Sonntag, dem 28.11.2021, gastiert Martin Zingsheim im Habbels.

Der Sandmann – Ein Spiel zwischen Wahn, Schein und Sein

Recht schwere Kost präsentierte am Sonntag, dem 10.10.2021, das Ensemble des Landestheaters Detmold auf der Bühne des Schulzentrums. Manuela Strüßer, Adrian Thomser (in der Rolle des Nathanael), Emanuel Weber und Hartmut Jonas zeigten in einer Inszenierung von Benedikt Grubel das Schauspiel „Der Sandmann“ nach einer Erzählung von E.T.A. Hoffmann. In einer einfachen aber originellen Bühnendekoration aus flexiblen Podesten stellten sie das Schicksal des unter einem Kindheitstrauma leidenden Nathanel dar, der als Erwachsener seinem zwischen Wirklichkeit und Wahnvorstellungen pendelndem Leben ein Ende setzt.

Klavierduo Neeb konzertierte im Musikbildungszentrum

Ein begeistertes Publikum erlebte am Tag der Deutschen Einheit ein „Concerto per due Pianoforti soli“, das man durchaus als Festtagskonzert bezeichnen konnte. Das Klavierduo Vincent und Sophie Neeb gastierte auf Einladung der Kulturellen Vereinigung im Musikbildungszentrum. Werke von Igor Strawinsky, Franz Schubert, Maurice Ravel und Sergei Rachmaninow standen auf dem Programm. Das Duo spielte die sehr anspruchsvollen Stücke an zwei Flügeln mit einer Virtuosität, dass den Zuhörer/innen hin und wieder der Atem stockte. In jeder Phase ihres Spiels spürte man, wie gut sich die Geschwister kennen: Ein Wimpernschlag oder ein kleines Lächeln des jeweils anderen genügte, um das Zusammenspiel zu dirigieren. – Vincent und Sophie Neeb (Jahrgang 1998 bzw. 2000) erhielten für ihre künstlerischen Leistungen bereits zahlreiche Auszeichnungen und Sonderpreise. Der Deutsche Musikrat hat die beiden 2019 in die „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler*innen“ aufgenommen. Zu Recht, so die einhellige Meinung des Publikums. (Paul Siepe)

#Theatermomente

Bespiel- und Landestheater in NRW haben zusammen mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh die Kampagne #theatermomente ins Leben gerufen und möchten damit nach dem pandemiebedingten Stillstand zu Beginn der neuen Spielzeit 2021/2022 die Lust auf das Erlebnis Theater wecken.
Teilnehmende Anbieter von Theatergastspielen aus ganz NRW, darunter auch die Kulturelle Vereinigung Schmallenberg, veröffentlichen den Film-Trailer #theatermomente als Herzstück der Kampagne.
Mit der Kampagne verbinden auch wir die Hoffnung, nach der langen Corona-bedingten Zwangspause den Kontakt zu unserem Publikum wieder herzustellen. Den Trailer können Sie durch Anklicken des folgenden Videos abspielen: